Pressemitteilung:

Verleihung des sächsischen Förderpreises für Demokratie 2013

8. November 2013 in Presse, projekTTheater – Zittau

Am 07.11. wurde in der Neuen Synagoge Dresden der Sächsische Förderpreis für Demokratie verliehen. Das projekTTheater Zittau e.V. war unter den zehn Nominierten und erhielt einen der Anerkennungspreise. Die Initiativen wurden für ihr Engagement „Für die Stärkung einer demokratischen Alltagskultur, den Schutz von Minderheiten und der Menschenrechte sowie gegen Ursachen und Folgen von Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus“ geehrt. Die Preise wurden von der Amadeu Antonio Stiftung, der Sebastian Cobler Stiftung und der Freudenberg Stiftung vergeben. „Diese Ehrung ist ein Ansporn, uns trotz mancher Schwierigkeiten, weiterhin mit unseren Projekten für Demokratie und Menschenrechte einzusetzen“, so Jan Roscher, Leiter des projekTTheaters. Die beiden Hauptpreise waren mit je 5000 Euro, die Anerkennungspreise mit je 1000 Euro dotiert. Jan Roscher: „Das projekTTheater gratuliert den beiden Hauptpreisträgern sowie den anderen Gewinnern der Anerkennungspreise und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg bei ihrer Arbeit“

Ramona Gehring, Jan Roscher

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26. September 2013 in Allgemein, Presse, projekTTheater – Zittau

projekTTheater Zittau für „Sächsischen Förderpreis für Demokratie 2013“ nominiert

Das projekTTheater Zittau wurde von der Amadeu–Antionio–Stiftung für den
„Sächsischen Förderpreis für Demokratie 2013“ nominiert. Dieser wird am 07. November in Dresden verliehen.
Das projekTTheater Zittau hatte sich mit dem Projekt «roma.ART» für den Preis beworben. Dabei handelt es sich um ein grenzüberschreitendes Theaterprojekt, welches sich mit der Situation der Roma beschäftigt.
Der Projektleiter Jan Roscher sagte dazu: „ Wir sind sehr erfreut über die Nominierung. Dies zeigt uns, das unser Engagement als wichtig und notwendig eingeschätzt wird. Die Nominierung ist ein Ansporn für unsere weitere Arbeit“.

Pressemitteilung 20.12.2012
Zusammen ist man weniger allein – Kulturabbau stoppen! – ein Fazit

„Zusammen ist man weniger allein“, – so der Titel des Bestsellerromans von Anna Gavaldas, erfolgreich inszeniert vom
Schauspielensemble des Zittauer Gerhart-Hauptmann-Theaters. Dieser Titel bringt auch das das Anliegen der Initiative „Kulturabbau stoppen“ treffend auf den Punkt. Eine bunte Truppe von Kulturinteressierten, GewerkschafterInnen, renommierten Kulturverantwortlichen, Abgeordneten unterschiedlichster Parteien und verschiedene Vereine standen im Dialog, um sich über den gesellschaftlichen Wert von Kunst und Kultur und die Notwendigkeit der Kulturförderung auszutauschen. Trotz unterschiedlicher Positionen wurde deutlich, dass der gesellschaftliche MehrWert von Kunst und Kultur allgemein erkannt ist. Um so größer ist das Unverständnis, dass die Regierungsparteien sich mit den Oppositionsparteien nicht im Interesse der Sache einigen konnten.
Erfahrene KulturpolitikerInnen wie Dr. Eva-Maria Stange (SPD), Dr. Karl – Heinz Gerstenberg (Bündnis90/Die Grünen) und Dr. Volker Külow (DIE LINKE) hatten tragfähige Alternativen gegen die Sparmaßnahmen im Kulturbereich erarbeitet. Die Initiative „Kulturabbau stoppen“ hat gezeigt, dass ein breites Bündnis lohnt, um Kulturpolitik in aller Vielfalt erfassen zu können. Ohne die über 1Tausend Unterstützer per Internet und
insbesondere den durch die Graphischen Werkstätten Zittau gesponserten Druck der Dokumentation und das ehrenamtliche Engagement zahlreicher MitstreiterInnen wäre eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dieser
komplexen Thematik nicht machbar gewesen. Dafür allen herzlichen Dank. Nach dem Beschluss des Kulturhaushaltes 2013/14 wird u. a. in den Theatern, dem Tierpark Zittau u. a. Kulturprojekten darüber diskutiert, wie das fehlende Geld ausgeglichen werden kann. Auch im Gerhart Hauptmann Theater
Görlitz – Zittau ist der Personalabbau nach wie vor aktuell. Aus diesen Gründen wird Jan Roscher, der Initiator des Bündnisses „Kulturabbau stoppen“, unter dem Dach des projekTTheater Zittau diese
Initiative fortführen.
Der Kulturabbau muss gestoppt werden! (alle Informationen bis März 2013
unter www.kulturabbau-stoppen.de)
Jan Roscher Leiter projekTTheater Zittau

Zittau muss handeln

Zittau, 16. Oktober 2012. Von Jan Roscher.
Die schwarz-gelbe Staatsregierung des Freistaates Sachsen hat die geplanten Kürzungen im Kulturetat korrigiert. Diese Entscheidung dürfte fürs Erste auch im Kulturraum Oberlausitz-Niederschlesien für eine gewisse Erleichterung sorgen. Eine Trendwende im Kulturabbau ist damit allerdings nicht in Sicht, wie die aktuelle Hiobsbotschaft vom geplanten Stellenabbau in der Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau GmbH verdeutlicht. Verursacher der prekären Situation insbesondere des Zittauer Schauspielhauses ist weder der kaufmännische Direktor Caspar Sawade, auch nicht der Vorsitzende des Kulturkonvents Bernd Lange, sondern Mitschuld trägt die Stadt Zittau.

Mehr Geld in Sachsen Kulturhaushalt – eine Trendwende im Kulturabbau ist damit nicht in Sicht

Das Theater Zittau ist eines der beiden Theaterhäuser der Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau GmbH. Als Vierspartenhaus vereint es Musiktheater (Oper, Operette, Musical), Tanz, Schauspiel und die Konzerte der Neuen Lausitzer Philharmonie. Es ist ein wichtiger Teil Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien. Beliebt sind auch die Aufführungen an besonderen Spielstätten. Das Theater engagiert sich in der Theaterpädagogik für Kinder und Jugendliche sowie im interkulturellen Austausch mit Polen und Tschechien.

Da sich bis heute weder Zittaus Oberbürgermeister noch die Stadträte als Mitgesellschafter für das renommierte Zittauer Schauspiel verantwortlich zeigen, ist eine ausreichende Finanzierung des Theaters nicht gegeben. Zittau muss handeln, um nicht im Jahr 2012 das Ende der 200jährigen Theatertradition zu besiegeln!

Offensichtlich wird immer noch unterschätzt, dass das Image und der Standortvorteil der Stadt ganz wesentlich von der reichhaltigen Kultur und dabei insbesondere auch von der hervorragenden Leistung des Schauspielensembles profitiert. Erst kürzlich, zu den 7. sächsischen Theatertagen 2012, wurde wiederholt von prominenten Kulturexperten auf das identitätsstiftende Markenzeichen “Zittauer Theater“ hingewiesen.

Die seit Jahren so oft wiederholte Bekenntnis unserer Stadtväter für den Erhalt des Zittauer Standorts wird durch untragbare Ideen des Oberbürgermeisters Arnd Voigt zunehmend in Frage gestellt. Bereits vor Monaten bestätigte Oberbürgermeister Arndt Voigt auf einer Stadtratssitzung, dass seine Idee, eine Aufstockung der dringend notwendigen Finanzmittel über Spenden der Bürger auszugleichen, nicht aufgeht.
Wir fordern, dass die Stadt Zittau sich umgehend ihrer Verantwortung bewusst wird und die zuständigen Politiker mit den Kulturraumpartnern – dem Landkreis Görlitz und dem Görlitzer Oberbürgermeister – die Konditionen als Mitgesellschafter verhandeln. Wie wichtig für die Menschen und die Zukunft der Stadt “unser“ Theater ist, schrieb u. a. auch der junge Oberlausitzer Musikstudent Felix Weickelt für die Homepage der Initiative “Kulturabbau stoppen“: “Leben will ich aber nur mit Theater, dem öffentlichen, kreativen und selbstverständlichen Platz, und nicht mit der ständigen Angst um dessen Existenz.“

Diese Aussage und weitere kluge Gedanken anderer prominenter Kulturverantwortlicher können nachgelesen werden unter Kulturabbau stoppen!

Jan Roscher
ist Initiator des Bündnisses “Kulturabbau stoppen“ und
Leiter des Zittauer projekTTheater. Kommentar:
Quelle: Jan Roscher

 

Kultur statt Image finanzieren

Zittau. Jan Roscher ist Leiter des Projekttheater Zittau e.V. und Initiator der Aktion “Kulturabbau stoppen”. In seinem Gastkommentar nimmt er Bezug auf den Artikel “Landrat will mehr Geld für Kultur einklagen”, der in der Sächsischen Zeitung vom 26. Juni 2012 erschienen ist.

Ich begrüße es sehr, dass die Landräte der Landkreise Görlitz und Bautzen sowie der Vorsitzende der Stiftung für das sorbische Volk in Ihrer Verantwortung als Kulturkonvent gegen weitere Kürzungen der sächsischen Staatsregierung im Kulturraumetat Widerspruch anmelden. Dass mit dem Einklagen von 386.000 Euro auch die Möglichkeit in Betracht gezogen wird „mit dem Freistaat ernsthaft über die Kulturraumfinanzierung zu diskutieren“ – so die Aussage des Görlitzer Landrates Bernd Lange laut der Sächsischen Zeitung – ist ein Anfang in die richtige Richtung.
Die Erfahrungen der letzten Monate bestärken mich allerdings in der Meinung, dass eine Einzelklage wie diese nur wenig Aussicht auf Erfolg hat. Das Minus im Kulturraum von ca. 3,1 Millionen Euro als Folge der Eingliederung der Landesbühnen ohne Ausgleichzahlung hinterlässt drastische Spuren in allen fünf Kulturräumen des Freistaates Sachsen. Ähnlich wie in den Landkreisen Görlitz und Bautzen leiden auch in anderen Landkreisen die Theater, Museen und Kultureinrichtungen unter den Sparzwängen, müssen Künstlerinnen und Künstler Gehaltskürzungen hinnehmen, werden Personalstellen gestrichen.
Aus meiner Sicht wäre es empfehlenswert, in die geplante Debatte zur Kulturraumfinanzierung alle verantwortlichen Gremien der sächsischen Kulturräume mit ins Boot zu holen, um nachhaltig die Kulturpolitik neu auszurichten. Als Anregung empfehle ich den Mitgliedern des Kulturkonvents Oberlausitz-Niederschlesien und allen Kulturinteressierten, sich unter www. kulturabbau-stoppen. de > Meinungen einzuklicken. Seit kurzem werden für diese Rubrik Künstler und Kulturverantwortliche zur Bedeutung von Kunst und Kultur angefragt. Die ersten veröffentlichten Meinungen der prominenten Kunst- und Kulturexperten sind bereits ein hervorragendes Fundament, um mit der sächsischen Staatsregierung über die Notwendigkeit einer ausreichenden Kunst- und Kulturförderung in Dialog zu treten.
Darüber hinaus ist mutmachend, dass deutschlandweit die kulturpolitische Diskussion längst in Gang gekommen ist. Ich wünsche den Herren Landräten Bernd Lange und Michael Harig (Landkreis Bautzen) sowie dem Vorsitzenden der Stiftung für das sorbische Volk, Marko Suchy, bei Ihrem Vorhaben viel Erfolg.

Fakt ist: Seitens des Freistaates Sachsen ist ausreichend Geld für die Förderung der Kulturräume vorhanden. Das von den drei Konvent-Mitgliedern beschriebene „Rasenmäher-Prinzip“ steht aus meiner Sicht für eine falsche Prioritätensetzung unserer Staatsregierung. Das vorhandene Geld muss nach anderen Prioritäten verteilt werden. Zum Beispiel wäre es für das Gemeinwohl wesentlich sinnvoller, einen Teil der 32 Millionen, gedacht von der Staatsregierung für eine Imagekampagne Sachsens, in den Kulturräumen „anzulegen“. Es muss Schluss damit sein, die Kulturräume um jeden Euro betteln müssen und gleichzeitig u.a. 32.000 Euro Steuergelder für ein Medientraining für den Regierungssprecher unseres Ministerpräsidenten zur Verfügung gestellt werden (das entspricht zirka dem Durchschnitts-Jahresgehalt von zweieinhalb Tänzern am Görlitzer Gerhart-Hauptmann-Theater).

Kulturabbau stoppen!

Mit freundlichen Grüßen

Jan Roscher

SZ 26. Januar 2011

Vor einigen Tagen ( 10. Jan 2011 ) hat sich der Verein “projekTTheater – Zittau” gegründet. Zum Vorsitzenden wurde der Theaterpädagoge Jan Roscher gewählt. Zweck des neuen Vereins ist die Förderung von Kunst und Kultur sowie der europäischen Integration. Verwirklicht werden soll dies durch spartenübergreifende Theaterproduktionen in Einbindung moderner Medien und grenzüberschreitender Kunst- und Kulturprojekte. Als erste Produktion will das projekTTheater – Zittau das Stück “Deutschland. Ein Wintermärchen” realiesieren. (jl)