Refugees are wellcome

MDR Figaro – Bastian Wierzioch

 

Aus einem Arbeitsgespräch mit Jan Roscher:


…und dann:
gibt es auf der Bühne diesen Moment,

in dem die Unterschiede der Herkunft,
der Auffassung von Welt und der Lebenswirklichkeiten nicht mehr „hinderlich“
sind, sondern im Zusammenspiel zu etwas Neuem werden.

In diesem Neuen sehe ich dann, für einen kurzen Augenblick, eine fast
greifbare Utopie…

… ich glaube:
diese kurzen, sehr lebendigen und sehr vergänglichen Momente, die im
Schutzraum der Theaterprobe entstehen,

machen Hunger darauf,
ähnliche Momente des „blinden“ Verstehens auch im Leben außerhalb der
Theaterarbeit zu finden.

Das ist dann möglicherweise soetwas wie ein politischer Vorgang, diesen
Hunger zu behalten und weiterzugeben.

Wir müssen Hunger haben, damit wir beginnen wirklich an Veränderung zu
denken…

…da gab es diese Situation:
wieder mal ne ganze Menge rechter Spinner die gegen Roma „demonstrierten“.
– Das waren gar nicht so wenige. – Und während sie sich lautstark um ihre
nationalen Gene sorgten und die üblichen Vorurteile gegen Roma als
Blitzableiter für ihre eigenen irrealen Ängste bemühten, probten wir keine zwei
Kilometer entfernt.
Es ging um und über Klischees und wir hatten sehr viel Spaß miteinander…